Moto Guzzi V10 Centauro

Moto Guzzi Centauro Cafe Racer

Eigentlich hatte ich gedacht, dass nach dem Umbau der MZ Skorpion etwas Ruhe in meiner Garage einkehrt aber weit gefehlt. Der Bastelvirus geht niemals weg. Das passende Motorrad sollte diesmal etwas größeres sein. Die MZ ist einfach zu klein für mich. Diesmal habe ich meine Fühler nach Italien ausgestreckt und mich für eine Moto Guzzi entschieden. Ich finde eine Moto Guzzi ist schon was besonderes und ich wäre nicht ich, hätte ich mich für eine von tausenden Zweiventilerguzzis entschieden. Die gibt es zuhauf und es sollte doch was exotisches sein. So fiel die Wahl auf eine V10 Centauro. Ein Bekannter war in die Motorradsuche involviert und hatte eine Centauro zu einem unschlagbaren Preis aufgetan. Zugegeben, sie war nicht fahrbereit, hierzu gleich mehr, aber ich habe trotzdem zugeschlagen.

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Erste Probefahrt

Als ich auf dem Hof ankam stand sie schon vor der Garage. Der Verkäufer meinte es gäbe ein Problem mit der Bremse. Diese hatte keinen Druck aufgebaut. Das konnte nicht das große Problem sein und ich absolvierte die Probefahrt nur mit Hinterradbremse. Wieder zurück erbat ich mir eine Nacht Bedenkzeit und am nächsten Tag habe ich angerufen und den Deal klar gemacht.

Ein paar Tage später hat der Verkäufer sie mir dann auf dem Hänger vorbei gebracht. Er sagte, dass er noch ein Problem entdeckt habe und wenn ich sie nicht mehr möchte sie gleich auf dem Hänger bleiben könne. Das linke Radlager vorn hatte keine Kugeln mehr.

Damit war auch die Ursache für die nicht funktionierende Bremse gefunden. Erstaunlich ist, dass die Probefahrt keinerlei Hinweis darauf gegeben hat. Viel erstaunlicher ist, dass das Motorrad einen Monat vorher neue Reifen und neuen TÜV bekommen hat. Da frage ich mich ernsthaft was hier abgeht.

Das grundsätzliche Problem war ein falsches Kugellager. Irgendwer hatte auf beiden Seiten das gleiche Kugellager verbaut und somit ließ sich das Rad nicht mehr in der Telegabel verspannen. Zwei neue Lager rein und alles läuft wieder wie geschmiert. Die Bremse hat danach sofort wieder funktioniert. Mittlerweile bin ich schon über 500km damit gefahren.

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Design

Ich habe mal eine Skizze angefertigt wie ich mir meine Guzzi vorstellen könnte.

Moto Guzzi V10 Centauro Cafe Racer

Der Tank ist von einer LeMans 4. Sonst gibt es noch Stummellenker, das riesige Instrumentengeraffel kommt weg und wird durch einen motoscope.mini von Motogadget ersetzt und das Heck wird klassich Cafe Racer. Die ganze Originalverkleidung inclusive Tank und Seitenverkleidungen verschwindet. Der Heckrahmen kommt, dank Moto Guzzi Baukasten, von einer V11 Sport.

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motoscope.mini

Den motoscope.mini habe ich schon mal bei Louis erstanden.

Den Halter habe ich in CAD konstruiert und gerendert. Da die Moto Guzzi Centauro sechs Kontrollleuchten hat, eine mehr als alle am Markt gängigen Anzeigemodule, musste ich etwas eigenes konstruieren und habe die Kontrollleuchten gleich in den Halter integriert. Der Halter soll aus Aluminium gefräst und rot eloxiert werden. Rot wird eine der Hauptfarben des Motorrades werden. Dazu mehr, wenn es dann irgendwann zur Lackierung kommt.

20.9.2021

So, die Teile fürs Cockpit sind bestellt. Zwei Teile sind sogar schon fertig.

Die Abdeckung mit den Symbolen ist aus 0,25mm Edelstahlblech gelasert. Das durchsichtige Teil wurde aus PMMA ebenfalls mit Laser ausgeschnitten.

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Der Tank

Wäre der originale Tank nicht aus Kunststoff, hätte ich mich für ihn entschieden. Dann hätte ich nämlich den hässlichen Dom mit dem Tankdeckel absenken können und den Tankdeckel eben einbauen können. Da ich aber nicht weiß, ob der Tank jemals wieder dich werden würde, habe ich mich anderweitig orientiert und mich für einen von der LeMans 4 entschieden.

Der Tank muss im Bereich der Zylinderköpfe ausgespart werden, sonst würde er zu hoch sitzen. Auf dem obigen Bild sind die Aussparungen schon drin.

Hier habe ich schon mal eine Schablone aus Pappe angefertigt. Das wird später auf 1mm Blech übertragen und der Tank dann zum Schweißen gegeben. Die Aussparung gibts übrigens auf beiden Seiten.

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22.09.2021

Kontrollleuchtentest

Die LEDs und Vorwiderstände für das Cockpit sind angekommen. Allein wenn man die LED hinter das Symbolblech hält sieht das schon richtig gut aus.

27.9.2021

Der Tachohalter ist angekommen

Schon mal grob zusammengesteckt und eine LED angeschlossen, passt!
Hier habe ich die LEDs reingesteckt und gegen die Sonne gehalten.
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1.10.2021

Tachohalter ist vom Eloxieren zurück

Halter für motoscope mini
Bracket for motoscope mini
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7.10.2021

Tachohalter geht weiter

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1.11.2021

Saisonende, es geht los!

Da die Motorradsaison für dieses Jahr nun zu Ende ist, habe ich begonnen das Motorrad auseinander zu bauen. So etwas geht immer schnell, da man sich nicht merken muss, was wohin gehört weil ja sowieso alles anders wird.

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4.11.2021

Erste Anpassungsarbeiten

Mittlerweile ist fast alles abgebaut was weg soll und erste Anpassungen mit den neuen Teilen haben stattgefunden. Der Tank muss doch noch mehr geändert werde als ursprünglich gedacht, da er sonst zu hoch sitzt. Der heckrahmen von der V11 Sport passt perfekt und ist auch viel höher als der Centauro Heckrahmen. Das verschafft mir auf jeden Fall eine entspanntere Sitzposition.

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3.1.2022

Mittlerweile hat sich wieder einiges getan. Der Heckrahmen ist nun von unten mit einem 2mm Stahlblech verkleidet worden um die ganze Elektrik aufnehmen zu können. Die Tarozzi-Fußrasten sind angekommen und montiert. Hierfür muss ich noch einen Umlenkhebel für die Schaltung fräsen lassen. Die Konstruktion ist bereits abgeschlossen.

Der Tank musste doch noch viel mehr aufgeschnitten werden als anfangs gedacht. Er saß einfach immer noch zu hoch. Das sah bescheiden aus. So wie es nun ist kann es bleiben, außer dass natürlich die riesigen Löcher geschlossen werden müssen.

modifizierter Heckrahmen 1100 Sport
Heckrahmen mit Bodenblech und Elektrik.

Der Kabelbaum kann nicht so bleiben. Das ist mittlerweile alles viel zu lang und muss massiv gekürzt werden.

Das ist das größere der beiden Riesenlöcher auf der Tankunterseite
Hier sieht man das kleinere der beiden Riesenlöcher.
Tarozzi Fußraste auf der Bremsseite
Tarozzi Fußraste auf der Schaltungsseite

Hier sieht man sehr schön die Anbindung des originalen Schalthebels an des Getriebe und den Rahmen. Das wird durch eine Umlenkung ersetzt, welche die Tarozzi Fußraste und den Getriebehebel verbindet.

Schalt-Umlenkhebel fertiges Design

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21.4.2022

Es hat sich wieder einiges getan. Die Sitzbank ist fertig laminiert und das Schaumgummi geklebt und ausgeformt. Die Bleche zum Verschließen der Aussparungen im Tank sind fast fertig. Die Fußrasten haben eine neue Position etwas weiter hinten bekommen. Der Heckrahmen ist fertig modifiziert und geschweißt. Endlich habe ich auch einen Platz für den blöden Ausgleichsbehälter für das Federbein gefunden.

Sitzbank

Am schwierigsten war es den richtigen unterbau für die GFK-Laminierung der Grundplatte zu formen. Ich habe das mit Holz und jeder Menge Panzerband gemacht. Es ist genügend Platz für die Batterie und die Elektronikbox unter der Sitzbank.

Auf diesen Unterbau wurde die Grundplatte für die Sitzbank laminiert.

So sieht die fast fertige Grundplatte aus. Der umlaufende Rand muss noch geschliffen werden. Danach kommt das Schaumgummi. Es sind vier Lagen mit 5mm Verbundschaum im Bereich des Fahrersitzes und sechs sieben Lagen im Bereich des Rücksitzes aufgeklebt worden. Das Ganze ist denn mit deinem Metallsägeblatt und letztendlich mit dem Winkelschleifer in Form gebracht worden.

So sieht die Vorbereitete Sitzbank aus. Daneben liegt der Farbfächer für den italienischen Look und daneben der Designentwurf. Mal sehen, was der Sattler sagt.

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Fußrastenanlage

Die ursprünglich geplante Position der Fußrastenanlage war sehr unbequem. Jetzt sitzt sie weiter hinten und etwas weiter unten. Das ist viel besser. Dazu mussten die Gewinde der Fußrasten entfernt werden und ein Innengewinde eingebracht werden. Die Schraube für die Motorhalterung ist einem Gewindestab mit Mutter gewichen und auf dem Überstand sitzen jetzt die Fußrasten.

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24.5.2022

Der Rahmen ist vom Pulverbeschichten zurück.

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Der Sattler hat sich gemeldet.

Das sieht allein auf den Bildern schon mal sehr gut aus.

Ich habe endlich eine Lösung für die Schaltungsanbindung.

Das ist ein Screenshot aus dem CAD.

Die gefrästen Teile sind angekommen und ich habe sie mal kurz grob zusammengesteckt. Was noch fehlt ist die Welle mit dem angeschweißten Hebel auf der Außenseite (rechts wo auch die Fußraste sitzen wird.)

Heute morgen ist der Motor zum Sodastrahlen gegangen.

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22.6.2022 Der Motor ist vom Sodastrahlen zurück

Vor zwei Wochen konnte ich den Motor vom Sodastrahlen abholen.

Um die Zylinder schwarz lackieren zu können wurde der Rest mit Papier abgeklebt.

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Das Nadellager im Hinterradantrieb

Im Hinterradantrieb ist ein 16mm breites Nadellager mit einem 18mm breiten Innenring verbaut. Dieses war wirklich hinüber und den Innenring gibt es nicht mehr zu kaufen.

Das ist das alte Lager welches verbaut war.

Was tun? Man könnte einen Außenring mit Nadeln von einem 16mm Lager und einen Innenring von einem 18mm Lager verbauen. Leider gibt es kein 18mm breites Nadellager, zumindest hab ich keins gefunden. Also ein 16mm und ein 20mm Lager gekauft und den 20mm Innenring auf 18mm abgedreht. Wer denkt das geht nicht, weil es viel zu hart ist der sei eines Besseren belehrt. Mir ging es genauso. Ich hab es dann doch probiert und es hat funktioniert.

16mm Außenring mit 20mm Innenring
auf 18mm Breite abgedrehter Innenring
Neues verbautes Lager mit exakt 2mm Überstand. So wie es sein soll.
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Der Zusammenbau beginnt

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15.7.2022

Mittlerweile bin ich recht weit vorangekommen.

Da die ECU jetzt viel weiter vorne sitzt, gibt es jetzt ein Problem mit der Länge des Kabelbaumes. Ich habe mich entschlossen diesen zu kürzen.

Das ist der Kabelbaum ohne Hülle und in originaler Länge.

So sieht das Ganze nach dem Kürzen aus. Jetzt nur noch schön umwickeln und dann ist es wieder gut.

10.09.2022

Tachohalter geht in die nächste Runde.

Hier sind die LED mit Zweikomponentenkleber vergossen. Im nächsten Schritt werden die Widerstände verlötet und das Kabel angeschlossen.

Am Motorrad sieht das dann so aus.

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Die Schaltung

Mittlerweile sind die Fußrasten montiert und die Umlenkung für die Schaltung auch. Alles funktioniert wie es soll obwohl mir die Schaltkraft etwas zu hoch erscheint. Da muss ich noch etwas mit der Habelllänge spielen. Das heißt aber auch, dass es ein neues Aluminiumfrästeil gibt.

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23.9.2022 zu 99% fertig!

Hallo liebe Leserschaft, heute ist ein schöner Tag. Letzten Montag hat endlich der Lackierer angerufen. Die Teile sind fertig. Nachdem sie zwischendurch zum Aufbringen der Aufkleber waren ist jetzt der abschließende Klarlack in neun Schichten aufgetragen worden. Was soll ich sagen, es sieht hammermäßig gut aus.

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24.09.2022 erste größere Ausfahrt

Nachdem ich einen Tag vorher eine erste kurze Probefahrt absolviert hatte ging es nun an die „mittlerweile schon legendäre Motorradtour“. Diese jährliche Tour ist Mitte der 2000er entstanden und erfreut sich in meinem Freundes und Bekanntenkreis jährlich wachsender Begeisterung.

Diese Jahr ging die Fahrt zum „PS-Depot Motorrad“ in Einbeck. Nicht zu verwechseln mit dem PS-Speicher. Die gehören zwar zusammen befinden sich aber an völlig unterschiedlichen Orten.

Was steht als nächstes an?

Momentan fahre ich mit Lambdasonde, da ich keine Ahnung habe wie sich die K&Ns auf das Gemischverhältnis auswirken. Ich arbeite in Moment an einem Datenlogger, der Drosselklappenwinkel, Drehzahl und den Lambdawert aufzeichnet und permanent auf eine SD Karte schreibt. Anhand dieser Daten kann ich dann eine Kennfeldoptimierung durchführen. Dafür wird es einen separaten Blogbeitrag geben.

Weiterhin müssen noch einige Sachen eingetragen werden. Das wären die Tarrozzi-Fußrasten, die LSL-Stummellenker, der LeMans 4 Tank, vielleicht der Motogadget Tacho und auf jeden Fall die K&N-Filter. Das mit den Filtern wird sicher schwierig, aber nicht unmöglich.

Eine Fotosession ist auch noch geplant. Leider muss das Motorrad erstmal ordentlich geputzt werden, da es bei der letzten Tour etwas geregnet hat.

Jetzt da ich fast fertig bin möchte ich nicht vergessen mich bei all denen zu bedanken, die es mir ermöglicht haben dieses Motorrad zu bauen.

Vielen Dank an meine Frau und meine Kinder, die es mehr oder weniger ertragen haben, dass ich mal wieder (siehe MZ) Stunden um Stunden über fast ein ganzes Jahr in der Garage verbracht habe.

Vielen Dank an Johnny für die sauberen Schweißarbeiten am Tank. Mittlerweile ist er ein fester Bestandteil meiner Umbauarbeiten geworden.

Wie immer vielen Dank an Radio 21, die mich mit all den coolen Songs beim Schrauben bei Laune gehalten haben.

Vielen Dank an die folgenden Firmen für ihre saubere Arbeit:

Und natürlich alle, die mich mit ihren Ideen inspiriert haben. Eine Centauro ist nicht gerade ein einfaches Umbauprojekt.

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